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Meerane – „Nosferatu – eine Symphonie des Grauens“ in der Stadthalle Meerane

„Nosferatu – eine Symphonie des Grauens“ in der Stadthalle Meerane: Ein Konzert-Film-Abend der besonderen Art

Das gleichmäßige Rattern des Filmprojektors bildete das authentische Hintergrundgeräusch. Vorrangig lauschte das Publikum den Klängen der Vogtland Philharmonie – mal hauchzart, dann wieder voller Kraft und Einsatz.

Die Rede ist von einem Konzert der ganz anderen Art: Am 2. Oktober 2021 war die Vogtland Philharmonie Greiz Reichenbach endlich wieder einmal zu Gast in der Stadthalle Meerane. Und sie war nicht allein gekommen. Denn die Vogtland Philharmonie spielte die Filmmusik zu einem echten Klassiker des Stummfilms „Nosferatu – eine Symphonie des Grauens“. Der Originalfilm wurde über alte Kinoprojektoren vorgeführt.

Bürgermeister Professor Dr. Lothar Ungerer begrüßte das Publikum – stilecht im Smoking – und umriss anschließend kurz die Geschichte dieses Filmklassikers. Und die liest sich beinahe selbst wie ein Krimi.
Da es sich bei dem Stummfilm um eine nicht autorisierte Adaption von Bram Stokers Roman „Dracula“ handelte, zog die Witwe des Autors vor Gericht. Tatsächlich erwirkte sie nicht nur ein Aufführverbot des Films, sondern auch, dass beinahe sämtliches Material vernichtet werden musste. Dass es heute trotzdem noch möglich ist, „Nosferatu“ zu zeigen, liegt daran, dass man den Film bereits ins Ausland verkauft hatte, wo nicht alle Filmrollen zerstört wurden. Deshalb konnte aus diesem übrigen Material der Stummfilmklassiker erneut zusammengesetzt werden. Ein großer Glücksfall, wie sich an diesem Abend in der Meeraner Stadthalle zeigen sollte!

Im Anschluss hatte Matthias Ditscherlein vom Filmverband Sachsen noch einige technische Details zu den Filmrollen und dem Projektor im Gepäck. „Aber keine Sorge – im Gegensatz zu den Originalrollen werden diese hier nicht in Flammen aufgehen, wie es in den zwanziger Jahren in einigen Lichtspielhäusern geschah“, setzte der Meeraner Bürgermeister hinzu und hatte damit die Lacher auf seiner Seite.

Dann folgte ein für unsere heutige Zeit sehr besonderer Filmabend. Die Zuschauer tauchten ein in die Geschichte des Grafen Orlok (Nosferatu), der sich in die schöne Ellen verliebte und ihre Heimatstadt Wisborg in Angst und Schrecken versetzte. Dass all dies ohne Ton vermittelt wurde und nur im Film eingeblendete Textseiten – heute würde man „Untertitel“ dazu sagen – das Geschehen erläuterten, erhöhte noch den Reiz des Filmes. Dazu erklang die Live-Vertonung durch die Vogtland Philharmonie und gab dem Geschehen auf der Leinwand noch einmal eine ganz eigene, mitreißende Note.
Eineinhalb Stunden später spendete das Publikum tosend Beifall für einen gelungenen Konzert-Film-Abend.

Professor Dr. Ungerer bedankte sich bei der Vogtland Philharmonie, dem Filmverband Sachsen und allen übrigen Organisatoren. Als Präsent hatte er den traditionellen Meeraner „Draufgänger“ mitgebracht. „Da ist natürlich kein Blut drin, sondern lediglich ein überaus schmackhafter Kräuterlikör“, erklärte er dabei augenzwinkernd.

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